Was sagen unsere Partner? | Dominik Elsmann vom AVV

Im Rahmen unseres 50-jährigen Jubiläums haben wir einige unserer Partner gebeten, uns ihre Sicht auf die Euregio Maas-Rhein und unsere Zusammenarbeit zu geben. Daraus sind vier Testimonials entstanden. Lesen Sie hier das Dritte!

Dominik Elsmann 
Dominik Elsmann

Der EVTZ Euregio Maas-Rhein (EMR) arbeitet mit zahlreichen Partnern aus der gesamten Euregio zusammen. So unterschiedlich ihre Hintergründe und Schwerpunkte auch sind, sie verfolgen ein gemeinsames Ziel: die Grenzregion für die Menschen, die hier leben, noch lebenswerter zu machen. Damit sind sie wichtige Stützen der EMR.

Wer in der Euregio Maas-Rhein lebt, denkt Grenzen im Alltag oft mit – auch dann, wenn sie kaum noch sichtbar sind. Der Weg zur Arbeit, zur Hochschule, zu Freundinnen und Freunden oder zu Freizeitangeboten führt in unserer Region nicht selten über eine Staatsgrenze hinweg. Damit dieser Alltag wirklich grenzüberschreitend funktionieren kann, braucht es einen öffentlichen Nahverkehr, der Menschen nicht an Grenzen aufhält, sondern sie miteinander verbindet.

Genau darin liegt eine der großen Aufgaben für die Euregio Maas-Rhein: Mobilität so zu gestalten, dass die Region für ihre Bewohnerinnen und Bewohner als gemeinsamer Lebensraum erfahrbar wird. Vieles funktioniert bereits gut. Gleichzeitig bleiben im grenzüberschreitenden ÖPNV Herausforderungen bestehen, die nur gemeinsam gelöst werden können.

Für Dominik Elsmann, Leiter der Euregionalen Koordinierungsstelle beim Aachener Verkehrsverbund, war genau dieses Thema auch der erste bewusste Berührungspunkt mit der Euregio Maas-Rhein als Institution:

„Als gebürtiger Aachener kenne ich das Leben in der Grenzregion natürlich sehr gut. Der erste Berührungspunkt mit der EMR als Institution war aber meine Teilnahme an einer Veranstaltung, die im Jahr 2015 in Hasselt auf dem Corda Campus stattfand und von der EMR organisiert war. Ich erinnere mich noch gut an den Vortrag über die Herausforderungen des grenzüberschreitenden ÖPNV.“

Die Verbindung zwischen dem AVV und der Euregio Maas-Rhein reicht jedoch deutlich weiter zurück. Schon lange vor dieser Veranstaltung bestand eine enge Zusammenarbeit, die sich über die Jahre stetig weiterentwickelt hat:

„Als euregionale Koordinierungsstelle des AVV arbeiten wir seit Langem eng mit der EMR und ihren Partnern zusammen. Bei der Entstehung unserer Abteilung vor etwas mehr als 20 Jahren saß die Institution EMR noch als „Stichting“ in Maastricht. Zu der Zeit spielte sie bereits eine wichtige strategische Rolle, beispielsweise bei der Unterstützung des Interreg-Projektes „M3 – Mobilität ohne Grenzen in der Euregio Maas-Rhein“. Seitdem hat sich vieles weiterentwickelt – sowohl die Strukturen als auch die Zusammenarbeit. Über die Jahre wurden zahlreiche Themen gemeinsam vorangebracht, sodass die Zusammenarbeit heute ein fester und selbstverständlicher Bestandteil unserer täglichen Arbeit ist. Ein wichtiger Meilenstein war die Unterzeichnung einer Partnerschaftsvereinbarung zwischen dem AVV und der EMR im Jahr 2018, mit der die enge Zusammenarbeit im grenzüberschreitenden öffentlichen Nahverkehr nochmals bekräftigt und auch nach außen hin deutlich wurde.

Unsere Zusammenarbeit mit der EMR basiert schon seit langer Zeit vor allem auf gegenseitigem Vertrauen, auf einem offenen und unkomplizierten Austausch und auf der Bereitschaft, sich zu unterstützen und seine eigene Expertise weiterzugeben.“

Das gemeinsame Ziel ist klar: ein grenzüberschreitender öffentlicher Nahverkehr, „der für die Menschen der gesamten Euregio funktioniert – auch über die Grenze hinweg.“

Ein besonders sichtbares Beispiel für gelungene Zusammenarbeit ist für Dominik Elsmann der Dreiländerzug:

„Drei Länder, ein Zug – und im besten Fall merkt man die Grenze gar nicht. Für Pendler, Studierende oder Ausflügler wird die Euregio damit ganz selbstverständlich zu einem gemeinsamen Mobilitätsraum. Dass das so einfach aussieht, dahinter stecken allerdings langwierige und manchmal auch überraschende Abstimmungen und Fragestellungen, die es über Ländergrenzen hinweg zu lösen galt.“

Darin sieht Elsmann auch eine der größten Leistungen der Euregio Maas-Rhein in den vergangenen 50 Jahren:

„Die größte Leistung der Euregio Maas-Rhein ist aus meiner Sicht, dass sie über 50 Jahre hinweg eine erfolgreiche Zusammenarbeit über Grenzen hinweg aufgebaut hat. Aus anfänglich unterschiedlichen Regionen und Strukturen ist ein gemeinsamer Raum entstanden, in dem Themen wie Mobilität, Bildung, Innovation, Arbeitsmarkt oder Umweltschutz gemeinsam gedacht und entwickelt werden. Besonders beeindruckend finde ich, dass die EMR es schafft, die verschiedenen Akteure zusammenzubringen und aus unterschiedlichen Interessen gemeinsame Lösungen entstehen zu lassen. Diese gelebte Zusammenarbeit ist für mich ein wichtiges Beispiel dafür, wie Europa im Alltag funktionieren kann.“

Außerdem „gehört [die EMR] zu den ältesten Euregios Europas und hat damit eine echte Vorbildfunktion übernommen. Gerade in einer Zeit, in der der europäische Zusammenhalt und unsere demokratischen Werte wichtiger denn je sind, ist dieses Jubiläum für mich ein starkes Zeichen dafür, was durch Zusammenarbeit über Grenzen hinweg möglich ist. Gleichzeitig wird deutlich, wie sehr die Menschen in der Region von der Verbindung zu ihren Nachbarn profitieren – sowohl im privaten als auch im wirtschaftlichen Bereich.“

Wie wichtig diese Verbindung ist, zeigt sich besonders in Krisenzeiten:

„Für mich hat die Covid-Pandemie dies besonders deutlich gezeigt. Zu Beginn war diese Situation für alle Beteiligten sehr überraschend und fremd. Von heute auf morgen waren alle Gewohnheiten auf den Kopf gestellt und insbesondere Landesgrenzen wurden plötzlich wieder zu echten Hindernissen. Die EMR hat hier ganz konkret geholfen – zum Beispiel mit dem „Crossing Borders“-Tool, das den Menschen Orientierung bei den ständig wechselnden Einreise- und Quarantäneregeln gab, oder bei der Abstimmung der Busfahrten zwischen Aachen und Eupen. Ich fand es beeindruckend zu sehen, wie aus jahrelanger Zusammenarbeit in einer Krise ganz praktische Lösungen für den Alltag der Menschen entstanden sind. Für mich steht die Euregio deshalb für ein Europa, das nicht nur auf dem Papier existiert, sondern gerade dann funktioniert, wenn es darauf ankommt.“

Zum 50-jährigen Jubiläum der Euregio Maas-Rhein richtet Dominik Elsmann den Blick auch nach vorn:

„Die EMR macht aus meiner Sicht einen super Job – das kann sie aber nur, wenn alle Teilregionen den Wert der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit anerkennen und sie in ihrem Handeln unterstützen. Ich wünsche der EMR und unserer Grenzregion, dass dieses gemeinsame Engagement auch in Zukunft erhalten bleibt und wir den Grenzraum gemeinsam weiter stärken. Dann bin ich mir sicher, dass wir auch in den kommenden 50 Jahren viele Erfolge der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit erleben und mitgestalten dürfen.“



EVTZ Euregio Maas-Rhein
Gospertstraße 42
B – 4700 Eupen
Tel.: +32 (0)87 789 639
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